Gerald Tomez


Karl Markovics

Der Vorgang des Schminkens ist von einer intimen Vertrautheit.

Die Maske ist der erste Ort an dem ein Schauspieler verwandelt wird. Der Vorgang des Schminkens ist von einer intimen Vertrautheit. Ein Gesicht wird von Händen berührt, bestrichen, Bepinselt, bepudert - selten, dass einander Menschen beruflich so nahe kommen. Umso wichtiger ist es, dass dieser Platz geschützt ist : vor Hektik, vor bedeutenden Dingen, vor dem Regisseur. Ort und Vorgang des Schminkens sind von einer weihevollen Oberflächlichkeit. Weil es hier um nichts anderes geht, als um die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt.Doch unter jeder Oberfläche ruhen Inhalt und Bedeutung und fordern von dieser ihre adäquate Gestalt. Gute MaskenbildnerInnen wissen das und können deshalb nicht nur gut schminken, sondern ebenso gut beobachten und zuhören. Wenn der Schauspieler dann die Maske verlässt, ist er nicht nur äußerlich verwandelt, sondern schon ein Stück weit in einem anderen Leben.

Zurück