Daniela Skala


Hinter den Kulissen vom Grand Budapest Hotel

Regisseur Wes Anderson fand im leerstehenden Jugendstil-Warenhaus Görlitz die perfekte Location für seine wunderbare, bunte Welt rund um Monsieur Gustave H. (Ralph Fiennes) und Lobbyboy Zero (Tony Revolori).

Die Handlung des Films ist in der fiktiven Republik Zubrowka angesiedelt, und erinnert an das Ungarn der Zwischenkriegszeit mit starkem habsburgerischen Touch.

Der reale Drehort war das Städtchen Görlitz an der polnisch-tschechischen Grenze, das auch schon als Kulisse für viele Filme wie „Die Vermessung der Welt“ diente.

Die Ausstattung hat Sagenhaftes geschaffen und die Zusammenarbeit für uns Maskenbildner mit der detailgenauen Kostümbildnerin Milena Canonero war gleichzeitig eine Herausforderung und eine große Freude.

Da ich mit ihr schon bei zwei anderen Projekten zusammengearbeitet habe, waren mir ihr unerschöpflicher Einsatz und ihre kompromisslose Genauigkeit bereits bestens vertraut. Ich bewundere sie für ihre positive Detailverliebtheit und ich muss sagen, dass sie jeden einzelnen ihrer Oscars für ihre harte Arbeit und ihre Kreativität zu Recht verdient hat.

Wes Anderson legt ebenso großen Wert auf die Genauigkeit jedes einzelnen Charakters, jedes Fitting-Foto der Komparserie wird genau studiert und gegebenenfalls noch in letzter Sekunde ein Detail geändert.

Daher wurden die Fittings für jede/n Komparsen/in sehr genau geplant, die Kostüme wurden zum Großteil extra angefertigt, Funduskostüme aus der ganzen Welt auf Maß geändert, 4 KostümassistentInnen und ein 20 köpfiges internationales Schneiderteam war mit den Anproben, Anfertigungen und Änderungen für die Komparserie und die deutschen SchauspielerInnen beschäftigt, 4 Modisten haben Hüte, Kopfschmuck etc. angefertigt.

Wir MaskenbildnerInnen unter der Leitung von Heike Merker (Key Makeup/Hair Germany) haben den Look in unserer Maske im 4. Stock des Warenhauses mit unseren Frisuren und dem passenden Makeup vervollständigt.

Auch für die Fittings war genauestes Arbeiten angesagt, jede/r Komparse/Komparsin oder jede/r deutsche Schauspieler/in hätte von der Probe fertig ans Set gehen können.

Die Maske für den internationalen Cast war im Hotel „Börse“ untergebracht.

Da Wes Anderson gerne in „closed sets“ dreht, um seine Akteure nicht aus der von ihm geschaffenen fiktiven Wunderwelt zu reißen, waren zwei unserer ZusatzmaskenbildnerInnen gemeinsam mit den MitarbeiterInnen der anderen Departments in einem Nebenraum stand-by, um gegebenenfalls Kleinigkeiten am Set zu korrigieren.

Die Fittings fanden immer gleich im Anschluss an das morgendliche "Drehfertig machen" statt und dauerten manches mal sogar länger als der eigentliche Drehtag.

Oftmals hatten wir Freiheit eigenständig zu entwerfen, manchmal kam Milena oder unsere Makeup & Hair Designerin Francis Hannon und wünschte sich eine spezielle Linie der Frisur eines Hutes wegen oder ein besonderes Makeup wie für die bösen Schwestern.

Alles in allem war es eine wunderbare, kreative, fantasievolle Zeit, in der wir Maskenbildner die Möglichkeit hatten, hochstilisierte, fast Comic-haft anmutende historische Charaktere zu schaffen, die auf der Leinwand auch toll in Szene gesetzt wurden.

Ich freue mich für uns Alle, dass Francis Hannon und Mark Coulier und das „Grand Budapest Hotel“ mit dem Academy Award 2015 in der Kategorie „Best Makeup & Hairstyling“ belohnt wurden.

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