Mai 2015

Daniela Skala


Drehbuch, Kalkulation und Breakdown

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Daniela Skala


Kollektivvertrag und Rechtliches

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Daniela Skala


Die Setikette - Korrekt am Set

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Gerald Tomez


Wie werde ich Maskenbildner?

Viele Wege führen zum Maskenbild, nicht alle davon bieten einen gleichwertig hohen Qualitätsstandard. 

Prinzipiell gilt: je kürzer die Ausbildung, desto weniger lernt man und desto weniger Chancen hat man sich als MaskenbildnerIn beim Film zu qualifizieren. 

Vieles muss beherrscht und während der Ausbildung vermittelt und geübt werden.

Leider gibt es in Österreich noch kein mehrjähriges umfassendes Ausbildungssystem an einer Hochschule oder Institut nach internationalem Vorbild, z.B.wie an der Kunsthochschule in Dresden (4 Jahre, akademischer Abschluss)  oder wie an der privaten, dreijährigen Maskenbildnerschule von Hasso von Hugo in Berlin.

Doch die Schaffung einer solchen Ausbildung hier in Österreich ist eines der Hauptziele des VFMÖ; Entwürfe und Pläne sind bereits in Arbeit.

Zur Zeit könnte sich eine hierzulande mögliche Ausbildung wie folgt aufgliedern:

  • Friseur & Perückenmacherlehre im ersten (1,5 bis 3 Jahre) oder 2. Bildungsweg (9 Monate)
  • einjährige Makeup Artist Ausbildung am WIFI Wien 

Generell muss die Friseur und Perückenmacher Ausbildung absolviert werden, da mindestens 50% des Maskenbildes die Haararbeiten betreffen.

Im Anschluss finden Sie Links zu verschiedenen, von uns empfohlenen internationalen Ausbildungsstätten.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Artikel " Das Maskenbild im internationalen Vergleich".

 

 

Österreich

www.friseur-innung.at
Friseurlehre im ersten oder zweiten Bildungsweg plus ein Maskenbildner Kurs 


www.wifi.at
Friseurlehre im zweiten Bildungsweg und Maskenbildner Kurs

www.headquarters.at

private Friseurschule Wien

Deutschland

www.maskenbildnerschule.de
3 jährige Maskenbildnerschule
 Hasso von Hugo GmbH in Berlin

www.theaterakademie.de
mehrjährige Bayerische Theaterakademie
 August Everding im Prinzregententheater
 mit Bachelor Abschluss 

www.hfbk-dresden.de
4 jährige Hochschule für Bildende Künste Dresden, Fachrichtung Maskenbild mit akademischen Abschluss


England

Makeup only Ausbildungen / Zusatzkurse:

www.londonmakeupacademy.co.uk
www.schoolofmakeup.co.uk
www.themakeupacademy.co.uk
www.brushstroke.co.uk

Foto © Daniela Skala

Gerald Tomez


Das Maskenbild im internationalen Vergleich

Grob Zusammen gefasst umschließt das Aufgabengebiet des/der MaskenbildnerIn in Österreich, Deutschland und der Schweiz Makeup, Frisur, Perücken und Bärte sowie Special Effect Makeup. Alle Bereiche müssen beherrscht werden. Zusätzlich gehören Hygiene, gepflegtes Äusseres, perfekte Umgangsformen, Englisch in Wort und Schrift, Computer-/ Buchhalterische Kenntnisse sowie Einfühlungsvermögen, Kreativität und Diskretion zum Anforderungsprofil jedes Maskenbildners.

Man unterscheidet hierzulande:

  • Chef MaskenbildnerIn / 1. Maske
  • 2. MaskenbildnerIn / 2. Maske
  • Maskenbildner
  • Zusatz MaskenbildnerIn
  • Maskenbildner Assistenz
  • PraktikantIn

So sollte jede Position im  Vor- oder Nachspann des Filmes bezeichnet und genannt werden.

Eine Trennung in Hair Artist, Makeup Artist, Special Effect Makeup Artist, Wig Maker (wie in England, Frankreich, Italien, Spanien und den USA üblich) existiert hierzulande grundsätzlich nicht. Dennoch findet in Österreich immer häufiger eine Spezialisierung im Bereich Special Effect Makeup/Prosthetics statt. Auch wird oft die Perückenanfertigung ausgelagert.

International gesehen gehört das Applizieren von „Facial Hair“, also das Kleben von Bärten und Koteletten (allgemein von „Körperbehaarung“) ebenfalls zum Bereich des Makeup Artists und muss in allen bestehenden Techniken beherrscht werden. Vor allem das Legen „aus der Hand“ (Applikation Haar für Haar direkt auf der Haut, anschließendes Faconieren und Ondulieren am Gesicht).

Dies steht im Widerspruch zur hiesigen Auffassung des Anforderungsprofiles des neu geschaffenen freien Gewerbes „Makeup Artist“

Dieser Beruf unterliegt gewissen Mode-Erscheinungen und bringt eine Schwämme von neuen Kräften hervor, die sich leider nicht alle auf dem relativ kleinen Markt der Filmbranche durchsetzen können, vor allem da die Friseur und Perückenmacher-Kenntnisse fehlen und daher die Einsatzmöglichkeiten sehr gering sind.

Der erste Eindruck einer Figur geht über die Silhouette, d.h. über Kostüm und Frisur. Details wie das Makeup werden erst auf den zweiten Blick wahr genommen.Daher ist die Frisur auch so wichtig und kommt aber in der Ausbildung leider oft zu kurz.

Der Hair Artist kümmert sich im internationalen Raum ausschließlich um Frisur, Schnitt, Haarfarbe, Perücken, Haarteile, Zöpfe und Tressen für moderne, historische und Fantasy- Produktionen und das Hair Department ist eigenständig mit einem Head of Department besetzt. Ihm Untersteht der Wig Maker.

Über allen steht der Designer.

Die Department Aufteilung sieht wie folgt aus und ist wichtig für die Credits im Vor- oder Nachspann eines Filmes: 

  • Makeup Designer
  • Hair Designer
  • Special Effect Makeup Designer
  • Prosthetic Designer
  • Head of Department (HOD) Makeup oder Hair oder HOD Special Effect Makeup
  • Key Makeup Artist (2nd in Command)
  • Key Hair Artist (2nd in Command)
  • Makeup Artist Cast oder Extras
  • Hair Artist Cast oder Extras
  • Supervisor Makeup /Hair /Special Effect Makeup
  • Supervisor makeup /Hair Extras
  • Makeup oder Hair Assistant
  • Makeup oder Hair Trainee

Wir empfehlen allen Chef MaskenbildnerInnen die Credits für ihr Department an die Produktion als .pdf oder Email weiterzuleiten um die Richtigkeit der Angaben zu gewährleisten und ebenfalls die Crew-United und IMBD Einträge für das Team zu bearbeiten.

Bei IMBD ist zu beachten, dass der Eintrag "Makeup Artist" als Übersetzung für MaskenbildnerIn alleine nicht ausreicht, es muss gegebenenfalls noch mit "Hair Stylist" ergänzt werden oder gleich mit "Makeup & Hair Artist" eingetragen werden. 

Chef Maskenbildner sollten sich bei IMBD oder Crew United mit " HOD Makeup & Hair" oder "Makeup & Hair Designer" eintragen.

Gerald Tomez


Makeup Pioniere

Der Beruf des Maskenbildners ist aus dem des Theaterfriseurs entstanden.

Die Schauspieler hatten für jede Situation ein Repertoire an einstudierten akrobatischen Kunststücken, Gesten, Körperhaltungen und sprachlichen Mitteln parat. Improvisationen mit diesem Repertoire waren wesentlicher Teil der Vorstellungen, für die lediglich eine knapp beschriebene Szenenfolge (canevas oder canavacchio) vorher festgelegt wurde. Schlagfertige Bemerkungen, die sogenannten „battute“, wurden von den comici aufgezeichnet und durch Lektüre klassischer Werke ergänzt. Damit waren sie auch ihr eigener Autor. Die lazzi, Späße, waren ein zentraler Bestandteil ihres Repertoires. Die von den Schauspielern präsentierten Figuren mit ihren jeweils festgelegten Eigenschaften wurden, abgesehen von den innamorati, den Liebenden, stets mit Halb-Gesichtsmasken und charakteristischen Kostümen dargestellt.

Erst nach der Erfindung des Filmes entwickelte sich daraus ein eigenständiger Beruf, der den Anforderungen des neuen Mediums Film punkto Frisur und Makeup rasch gerecht werden musste. Vor allem nach dem Ende der Stummfilm-Ära mit ihren Aufnahmen in Schwarz/Weiß und dem Beginn der Farbfilme in den 1940er Jahren musste sich der gesamte Bereich rund um den Maskenbildner bezüglich Materialien, Techniken und Umsetzung rasch neu gestalten.

Max Factor und Ben Nye entwickelten aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Maskenbildner die ersten Makeup Artikel für den professionellen Gebrauch. War anfangs das Aufgabengebiet noch sehr überschaubar und auf Makeup, Frisur und Bart reduziert, so ist heutzutage das Arbeitsgebiet sehr umfangreich.

Durch immer neue technische Errungenschaften und Materialien wird die Bandbreite des Möglichen immer größer, durch Digitale Medien die Auflösung immer besser und all dies stellt immer höhere Anforderungen an das Können eines Maskenbildners.

Daher muss der Maskenbildner von heute sein Wissen und Können ständig überprüfen und sich regelmäßig über den neuesten Stand der Technik und Materialien informieren und muss sich demzufolge auch handwerklich laufend weiterbilden.

Diese Entwicklung führt zwangsläufig dazu, dass es auch in diesem Beruf zu einer immer größeren Spezialisierung kommt.
Früher genügte eine Grundausbildung, die fast immer eine abgeschlossene Friseurausbildung voraussetzte.

Heute ist dies nicht mehr ausreichend, da die Friseurlehre nicht mehr so umfassend ist wie vor ca. 30 Jahren und das Anforderungsprofil eines Maskenbildners ein anderes geworden ist.

Zum Vergleich:

Anforderungsprofil FilmmaskenbildnerIn 1940

  • Friseurkenntnisse bezüglich Ondulation, Wellenlegtechniken , Einlegetechniken, Dauerwelle und Haarschnitt (Dame, Herr, Perücke)
  • Schminktechniken inklusive Schattierungen u. Charakterzüge 
  • Knüpfarbeiten und Haararbeiten
  • Bartmode/Rasur

Anforderungsprofil FilmmaskenbildnerIn 2012

  • Traditionelle und moderne Schminktechniken
  • HD Makeup / Airbrush Makeup
  • Umfassende Materialkunde
  • Werkszeugkunde
  • Frisiertechniken klassisch und modern
  • Haarschnitt Herr, Dame, Perücke
  • Färbetechniken / Dauerwelltechniken
  • Haarpräparation Grundkenntnisse
  • Ondulation
  • Special Effect Makeup
  • Charakter Makeup
  • Grundkenntnisse Formenbau und Prosthetics
  • Applikation und Coloration von Prosthetics
  • Licht und Kameratechnik Grundkenntnisse 
  • Historische Frisuren in Theorie und Praxis
  • Historische Bartmode in Theorie und Praxis
  • Rasur
  • Abdruck nehmen und Modellieren
  • Aus der Hand gelegtes Facial Hair
  • Filmgerechtes künstlerisches Haararbeiten
  • Anatomisches Entwurfzeichnen
  • Kenntnisse Buchhaltung und Disposition
  • Haarverlängerung/ Haarverdichtung 
  • PC Grundkenntnisse Word, Excel, Bildbearbeitung
  • Einfühlungsvermögen, bildhafte Vorstellung
  • Flexibilität und Teamfähigkeit
  • Kreativität
  • Starkes Gefühl für Form und Farben
  • Gestalterisches Denken
  • Fachenglisch

Daher ist es vor allem in Österreich zwingend notwendig solche Ausbildungen zu schaffen. Mehrere Ansätze dazu gibt es bereits, wir werden über die neuesten Entwicklungen berichten.

Im Artikel " Wie werde ich Maskenbildner" sind Informationen über und Links zu Ausbildungsmöglichkeiten im In – und Ausland zu finden.

Vor allem sind Maskenbildner jedoch wichtige künstlerische Mitarbeiter der Ausstattungsbereiche von Film und Fernsehen. Ihre gestalterischen Fähigkeiten, ihre Kreativität, ihre handwerklichen Fertigkeiten, und ihr Einfühlungsvermögen befähigen sie, überzeugende „echte“ Erscheinungsbilder von Darstellern zu realisieren.

Die erfolgreiche Umsetzung von Regiekonzeptionen erfordert Maskenfindungen, die eine Identifikation des Darstellers mit seiner Rolle erleichtern.

Die Entwicklung von Farb- und Formgefühl ist die Grundlage für die stilsichere Erarbeitung von maskenbildnerischen Lösungen für die Umsetzung einer Geschichte bezüglich Emotionen und Geschehnissen nach historischen Vorlagen und zeitgenössischen Anforderungen.

Daniela Skala


Das Maskenbild im Wandel der Zeit

Das Maskenbild im Filmischen Bereich: Ein Beruf im Wandel der Zeit

Vom Barbier und Feldscher zum Maskenbild von Heute

Im Mittelalter gab es Bader, Barbier und Feldscher die für einfache Wundversorgung, Chirurgische Eingriffe, Zähne ziehen sowie Haare schneiden und Rasieren zuständig waren. Daraus wurde ab dem 17. Jahrhundert in der Hochblüte der Perückenmode (Barock, Rokoko) der Beruf des Friseurs und Perückenmacher, der bis heute mit nahezu unveränderten Materialien und Werkzeugen arbeitet.

Zur selben Zeit hat sich parallel mit den Wanderbühnen und Schaustellern der Theaterfriseur entwickelt: an ihm lag es, Perücken, Bärte, Masken und falsche Nasen etc mit den damals gebräuchlichen Werkzeugen und Materialien herzustellen (zB. Umhängebärte und Perücken aus Wolle, Hanf oder Tierhaaren, Nasen, Warzen etc. aus Pappmache oder stärkehaltigen Lebensmitteln)

Mit dem Beginn der kommerziellen Filmindustrie in Amerika der 20er Jahre ist auch der Beruf des Maskenbildners entstanden. Wurden die ersten Filme der Stummfilmzeit auch noch in schwarz-weiß Stufen mit den allgemein erhältlichen Materialien geschminkt (Puder, Wasserschminke, Kohlestifte, Tuschsteinen), so hat sich mit der Entstehung und Etablierung des Farbfilmes und der Verbesserung punkto Auflösung und Qualität des Filmmaterials auch hier gezwungenermaßen eine Parallel-Industrie entwickelt, die erste Professionelle Makeup Artikel auf den Markt gebracht hat, nämlich sowohl in Amerika wie auch in Europa, da der Anspruch an die von Maskenbildnern verwendeten Materialien immer höher wurde.

Heutzutage erhältliches professionelles Makeup zeichnet sich vor allem durch seine Kamera getesteten Farbzusammensetzungen sowie durch extreme Ausgiebigkeit und Haltbarkeit aus.

Einige der bekanntesten Beispiele von professionellen Makeup Herstellern:

Max Factor
Heute eine Billig-Linie im Drogeriemarkt, in den 30ern die ersten, die Wimperntusche in der uns bekannten Form auf den Markt gebracht haben, sowie erste Puder in verschiedenen Farbabstufungen, die natürlicher und weniger kalkig wirkten.

Ben Nye
Ben Nye, der in den 40ern bei MGM als Makeup Artist unter Vertrag war (Vom Winde verweht, Planet der Affen), hat gegen Ende seiner aktiven Laufbahn in L.A. eine eigene Makeup –Produktionsstätte gegründet. Heute ist die Firma eine der größten Professionellen Makeup Hersteller.

Dior
Die in den 30ern in Paris entwickelte professionelle Makeup Linie „Visiora“ ist u.a. bis heute in den Koffern der meisten internationalen Maskenbildner zu finden und seine Konsistenz und Farbpalette wurde von unzähligen Herstellern kopiert, da es bis vor ca. 10 Jahren zu den feinsten am Markt erhältlichen Produkten zählte, vor allem für 35 mm.

Kryolan
Gegründet in den 40ern in Berlin von Walter Langer, weltweit eine der bekanntesten Firmen für professionellen Makeup Bedarf mit Produktionsstätten in Berlin und L.A., bekannt durch seine weltweit erste riesige Palette an selbst entwickelten Special Effekt Materialien.