April 2015

Gerald Tomez


Christiane Hörbiger

Christiane Höriger im Gespräch mit dem VFMÖ über die Bedeutung des Maskenbildes und über die persönliche Beziehung zwischen Maskenbildner und SchauspielerIn.

VFMOE: Welche Bedeutung hat für einen Schauspieler die Maske?

Hörbiger: Für mich bedeutet es die halbe Entdeckung der Rolle!

VFMOE: Welcher Art ist die persönliche Beziehung mit einem Maskenbildner - eine Art Vertrauensverhältnis?

Hörbiger: Ja, man muß dem Maskenbildner voll vertrauen können. Er ist zu Beginn des Tages der erste Mensch,dem man sich voll ausliefert!

VFMOE: Welche war eine Verwandlung,die Sie besonders genossen haben?

Hörbiger: Die Verwandlung zur weißhaarigen Lady (Margarete Kämmerer in der historischen Romanverfilmung „Die lange Welle hinterm Kiel“) mit dem Maskenteam Martin A. Geisler, Sabine Schuhmann, Claudia Herold und Monika Krestan)

VFMOE: Gibt es eine Anekdote aus einem der gemeinsamen Filme? 

Hörbiger: In meinen Maskenmobilen wurde immer viel gelacht! Auch über nicht Anwesende! Deshalb: Keine Namen.

VFMOE: Was schätzt man besonders an einem vertrauten Maskenbildner?

Hörbiger: Diskretion.

Vielen Dank für das Gespräch!

Foto © Oliver Roth/ Mona Film , Makeup & Hair: Martin Geissler

Lesen Sie hier den Kommentar von Martin Geisler, langjähriger persönlicher Maskenbildner von Christiane Hörbiger:

Focus unseres Berufs ist das Maskenbild einer filmisch erzählten Geschichte. Erfahrungen mit verschiedenen Materialien,Techniken, Licht, Recherchen, Drehbedingungen, Visionen, Planungen, Teamarbeit und Motivation sind Teil unserer Arbeit und werden immer wieder auf neue hinterfragt.

Unsere intensive, kreative und oft auch sehr einfühlsame Zusammenarbeit mit darstellenden Künstlern erschafft Vertrauen. Genau auf diesem Vertrauen beruht meine langjährige Zusammenarbeit mit Christiane Hörbiger. Verschiedenste Charaktäre verbanden uns über die Jahre in gemeinsamer Arbeit. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Gerald Tomez


Karl Markovics

Der Vorgang des Schminkens ist von einer intimen Vertrautheit.

Die Maske ist der erste Ort an dem ein Schauspieler verwandelt wird. Der Vorgang des Schminkens ist von einer intimen Vertrautheit. Ein Gesicht wird von Händen berührt, bestrichen, Bepinselt, bepudert - selten, dass einander Menschen beruflich so nahe kommen. Umso wichtiger ist es, dass dieser Platz geschützt ist : vor Hektik, vor bedeutenden Dingen, vor dem Regisseur. Ort und Vorgang des Schminkens sind von einer weihevollen Oberflächlichkeit. Weil es hier um nichts anderes geht, als um die Außenwelt der Innenwelt der Außenwelt.Doch unter jeder Oberfläche ruhen Inhalt und Bedeutung und fordern von dieser ihre adäquate Gestalt. Gute MaskenbildnerInnen wissen das und können deshalb nicht nur gut schminken, sondern ebenso gut beobachten und zuhören. Wenn der Schauspieler dann die Maske verlässt, ist er nicht nur äußerlich verwandelt, sondern schon ein Stück weit in einem anderen Leben.

Daniela Skala


Ursula Strauss

"Man legt sein Gesicht in Ihre Hände..."

"Ein sehr intimer Vorgang, einer der Vertrauen braucht und höchste Professionalität.

Sie sind nicht nur diejenigen, mit denen es zu besprechen gilt, welche "Farben" man einer Figur gibt, sie vervollständigen ein kreatives Gesamtbild, machen sozusagen den Feinschliff, helfen einem, die Figur von Kopf bis Fuss sein zu dürfen. Abgesehen davon sind sie oft die guten Engel, die einen begleiten, die mitatmen und die jede Regung schon spüren bevor sie einem selber bewusst ist.

Ich danke Euch allen für Eure Hingabe, Euer Können und Euren genauen Blick."

Foto: Petro Domenigg